Kontakt


Lehrstuhl für Kirchen- und Christentumsgeschichte
(Alte Kirche und Mittelalter)
Geb. GA 8/152-154
Universitätsstr. 150
D - 44780 Bochum

Tel.: +49 (0234)32-28502
Email: ls-kirchengeschichte@rub.de


Sprechstunden im Sommerstemester 2020




Prof. Dr. Katharina Greschat


- jederzeit per Mail (katharina.greschat@rub.de)
- telefonisch 0234/32-22502

Bitte nehmen Sie, besonders in dieser "kontaktfreien Zeit", bei Problemen, Fragen oder anderen dringlichen Angelegenheiten dieses Angebot wahr.


Herzlich Willkommen am Lehrstuhl für Kirchen- und Christentumsgeschichte


Kirchen- und Christentumsgeschichte bietet nicht einfach nur Informationen über die Vergangenheit.

Es geht – entgegen weit verbreiteter Vorurteile – in diesem Fach eben nicht allein darum, möglichst viele Namen, Zahlen und Daten zu lernen. Außerdem wäre das schrecklich langweilig und letztlich auch irrelevant. Vielmehr ist Kirchen- und Christentumsgeschichte immer schon Teil unserer Lebenswelt, ob es uns gefällt oder nicht. Sie ist zugleich auch Teil unserer Identität als Individuum, als Gruppe oder Gesellschaft. Wer sich damit auseinandersetzt und intensiv studiert, weiß sich zur eigenständigen Beschäftigung mit medial vermittelter Deutung und Bedeutung herausgefordert und sieht sich jenseits allzu einfacher Erzählungen schnell mit Viel- und Mehrdeutigkeiten konfrontiert.

Dieser kritische Blick erkennt manchmal eine erstaunliche Nähe zu dem, was wir täglich erfahren. So war etwa auch die römische Antike multikulturell und multireligiös und das Christentum hatte daran Anteil. Manchmal erscheint das, was wir sehen, aber auch sehr weit weg, fremd und ungeheuer fern. Kurt Tucholsky (1890-1935) hat die Tragweite diese Erkenntnis folgendermaßen formuliert: „Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte“. Wer sich mit Geschichte, mit Kirchen- und Christentumsgeschichte beschäftigt, kann ermessen, wie verschieden Menschen, Kulturen, Gesellschaften und damit auch Kirchen- und Christentümer sein können. Ein solches Studium erweitert das Blickfeld. Es gibt Antworten auf die Frage, warum wir geworden sind, was wir sind, und zeigt anderseits auf, daß Kirche und Christentum auch ganz anders sein können.
Neben der Analyse von Texten, Bildern und manchmal auch archäologischen Zeugnissen, kann daher auch das Reisen, d.h. Exkursionen, für das historische Lernen wichtig sein.




Aktuelle Informationen, Termine und geplante Veranstaltungen des Lehrstuhls


aktuelle Information!

Johannes Chrysostomos – ein Kirchenvater in den spätantiken Metropolen Antiochia und Konstantinopel

Als wortgewaltiger Prediger und einflussreicher Mitarbeiter seines Erzbischofs Flavian von Antiochia sowie später als Erzbischof der Hauptstadt Konstantinopel spielte Johannes Chrysostomos eine zentrale Rolle in zwei spätantiken Metropolen. Seine Predigten und Schriften enthalten wichtige Informationen über die Beziehungen zwischen der Reichskirche und dem Kaiserhof, die Entwicklung des christlichen Dogmas, des Gottesdienstes, die frühe Geschichte der Diakonie und die Anfänge des Mönchtums im Osten des römischen Reiches. Darüber hinaus geben sie Auskünfte über das Verhältnis zwischen der Reichskirche und den Arianern, den Juden und den Heiden in der zweiten Hälfte des vierten und dem Beginn des fünften Jahrhunderts. An ausgewählten, ins Deutsche übersetzten Texten aus dem Werk des Chrysostomos werden wir den Kirchenvater und sein Zeitalter kennenlernen.

Literatur: Chris de Wet/ Wendy Mayer (Hrsg.): Revisioning John Chrysostom, Leiden 2019.


Chair of Ancient Church History and Christianity

Welcome to the chair of Ancient Church History and Christianity


The history of church and Christianity offers much more than mere information on the past.

Contrary to widespread preconceptions, memorising as many names, figures, and dates as possible is not what this discipline is all about. That would not only be tedious, but also ultimately irrelevant.
Rather, the history of church and Christianity has always been part of our lifeworld, whether we like it or not. It is at the same time part of our identity as an individual, as a group, and as a society. Anyone who has been investigating and studying this discipline accepts that they are called upon to autonomously question the interpretations and meaning as presented by the media, and is confronted with the ambiguous and the equivocal that transcend simple narratives.

Occasionally, this critical view reveals that the subject matter is not as far removed from our everyday experience as generally assumed. Roman antiquity, for example, was multicultural and multi-religious, and Christianity had a share in it. On other occasions, the things we see might appear remote, alien, and extremely far away. Kurt Tucholsky (1890-1935) voiced the momentousness of this realisation as follows: "If you want to fathom the limits of your home, travel. If you want to fathom the limits of your time, study history." Anyone who studies history, the history of church and Christianity, has the capacity to appreciate how diverse humans, cultures, and societies - and consequently churchdoms and Christiandoms - can be. Such studies broaden the horizons. They provide answers to the question why we became what we are; they show us that there could be a completely different church and Christianity.
In addition to analysing texts, images, as well as archaeological evidence, travelling, i.e. excursions, might prove to be just as important for historical studies.