Epistulae dogmaticae minores des Athanasius

Die Patristische Arbeitsstelle Bochum hat sich die kritische Edition der Dogmatischen Schriften des Athanasius von Alexandrien zur Aufgabe gemacht. In den Jahren 1996, 1998 und 2000 sind die ersten drei Lieferungen erschienen. Dank der Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung seit September 2006 konnte die Erstellung der vierten Lieferung abgeschlossen werden. Es galt, die handschriftliche Überlieferung der Epistulae ad Serapionem I - IV des Athanasius nachzukollationieren, stemmatisch zu sichten und einer kritischen Edition des griechischen Textes zuzuführen. Seit September 2009 läuft ein wiederum von der Fritz Thyssen Stiftung gefördertes Anschlussprojekt, das der kritischen Edition der Epistulae dogmaticae minores des Athanasius gewidmet ist. Die Edition soll in zwei Jahren als fünfte Lieferung der Dogmatischen Werke des Athanasius erscheinen.


Kindertheologie und schulische Alltagspraxis. Eine rekonstruktive Studie zum Verhältnis von kindertheologischen Normen und eingeschliffenen Routinen im Religionsunterricht.

Ein Kernelement von Religionsdidaktik ist die Frage nach gutem Religionsunterricht (RU). Zu dieser Frage wird derzeit in der (v.a. deutsch-sprachigen) Religionspädagogik das Leitbild der Kindertheologie breit diskutiert. Es qualifiziert die Gedanken von Kindern zu existentiellen Fragen als Theologie und stellt sie in den Mittelpunkt schulischen Religionsunterrichts. Das Leitbild der Kindertheologie trägt damit explizite normative Erwartungen an den RU heran. Das Projekt fokussiert das Verhältnis von programmatischem kindertheologischem Anspruch und schulischer Alltagspraxis. In fachdidaktischer Perspektive befragt das Projekt videographierte Szenen aus dem RU des schulischen Alltags an Grundschulen daraufhin, welche Sequenzen als ge- bzw. misslungen anzusehen sind, wenn das Leitbild der Kindertheologie als Maßstab angelegt wird. Das Projekt gibt in dieser Perspektive Aufschluss darüber, wie nah oder fern das Leitbild der Kindertheologie der schulischen Alltagspraxis ist.

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Enhancing Life

Das Enhancing Life – Projekt erforscht die ‚Verbesserung’ des Lebens als einen wesentlichen Antrieb menschlichen Lebens, der Personen und Gemeinschaften auf ihre Zukunft ausgreifen lässt. Vor dem Hintergrund der rasanten Erweiterung menschlicher Möglichkeiten durch technische Entwicklungen und Fortschritte in Genetik, Ökologie und anderen Feldern sind die Verletzlichkeit und Gefährdung wie die ‚Verbesserung’ des Lebens zu prägenden Themen unseres globalen Zeitalters geworden. Das Enhancing Life – Projekts erforscht diese vielgestaltige, doch weitgehend unbeachtete Dimension individuellen und sozialen Lebens und trägt damit zu einer vertieften Erkenntnis der kulturellen Ressourcen bei, durch die Dynamiken der ‚Verbesserung’ menschlichen Lebens gesteuert werden.

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Historisch-kritische Kommentierung der Tobiterzählung in ihren antik-jüdischen, frühchristlichen und mittelalterlich-jüdischen Versionen

Die Tobiterzählung aus dem 2. Jh. v. Chr. spielt für die Erforschung des antiken Judentums eine Schlüsselrolle, da hier im narrativen Diskurs so bedeutende Themen wie "jüdische Identität", "Magie und Heilung" oder "Engel und Dämonen" verhandelt werden. Nachdem der Text zunächst nur in antik-jüdischen bzw. frühchristlichen griechischen und lateinischen sowie jüdischen mittelalterlichen hebräischen Versionen vorlag, hat die Tobitforschung nach der Entdeckung von hebräischen und aramäischen Fragmenten in Qumran in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Aufschwung genommen. Das Ziel des Projekts besteht darin, die vielen Einzelergebnisse einer Synthese zuzuführen und mit der Methode einer historisch-kritischen Kontextualisierung eine Kommentierung des Tobitbuches zu verfassen. Ihr innovatives Spezifikum liegt in der konsequenten Verbindung von Textgeschichte des Werkes mit den wechselnden religionsgeschichtlichen Kontexten im antiken Judentum, im frühen Christentum und im jüdischen Mittelalter. Diese Kommentierung, die in der Reihe "International Exegetical Commentary on the Old Testament" (Kohlhammer Verlag) auf Deutsch und Englisch erscheinen soll, ist sowohl für die Erschließung des biblischen Schrifttums und der antiken jüdischen Religionsgeschichte bedeutsam, als auch für die neutestamentliche und kirchengeschichtliche Forschung sowie für die Literatur- und Kunstgeschichte.

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Innerbiblische Schriftauslegung in den Erzähltexten des Pentateuch

Die Genese weiter Teile des Alten Testaments lässt sich als innerbiblische Schriftauslegung erklären, wonach sich jüngere Texte an ältere Texte angelagert und sie so laufend aktualisierend an die jeweilige Gegenwart der Autoren fortgeschrieben haben. Bei einer solchen Berücksichtigung der sukzessiven Entstehung und theologischen Anreicherung der biblischen Texte erfahren insbesondere auch die jüngeren, so genannten sekundären Textpartien eine eigene theologische und theologiegeschichtliche Würdigung.

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Interkulturelle Theologie

Durch den Kontakt zu und die Unterstützung von Doktoranden aus der Ökumene (Südkorea, Ruanda, Kamerun u.a.) organisiert der Lehrstuhl seit 2012 regelmäßig Lehrexkursionen mit Studierenden nach Zentralafrika (Ruanda, Kamerun). Themen waren und sind u.a. der interreligiöse Dialog zwischen traditionellen Religionen, Christentum und Islam, die Interkulturelle Theologie der Nord-Süd-Ökumene, die Beschäftigung mit den Hintergründen und Konsequenzen des Genozids in Ruanda sowie die Frage nach Impulsen der Theologie Dietrich Bonhoeffers für Versöhnung und Gerechten Frieden im afrikanischen und im europäischen Kontext. Zuletzt wurde im Februar 2016 eine Exkursion nach Ruanda zum Thema "Reformation und Afrikanische Theologie" organisiert. Kernstück des Aufenthalts war eine fünftägige Konferenz zum Thema „African Theologies and the impact oft Reformation“, passend zum Thema des Jahres 2016 innerhalb der Reformationsdekade, „Reformation und die Eine Welt“. Viele Studierende haben ihre Erfahrungen bereits zum Anlass der Ausarbeitung von Seminararbeiten und insbesondere von Abschlussarbeiten genutzt.

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Transformationen des Pfarrberufs

Der Pfarrberuf nimmt eine Schlüsselrolle bei der Bindung evangelischer Kirchenmitglieder ein. Zugleich gerät er durch zunehmende Pluralisierungs-, Individualisierungs- und Säkularisierungsprozesse unter Druck und verliert gesamtgesellschaftlich an Bedeutung. Darüber hinaus haben sich die strukturellen Rahmenbedingungen für das pfarramtliche Handeln durch Einsparungen der Landeskirchen verschlechtert. Anhand einer qualitativ-empirischen Studie soll deshalb ermittelt werden, inwieweit sich der Pfarrberuf derzeit hinsichtlich der Verschiebungen in den Aufgaben- und Tätigkeits-bereichen, des Verhältnisses von Person und Amt, der Veränderung in der psychischen Belastung und des Spannungsfeldes von Resonanz- und Auftragsorientierung verändert und wie die Pfarrerinnen und Pfarrer damit subjektiv umgehen. Das Projekt wird großzügig gefördert durch die EKD, durch die Evangelische Kirche von Westfalen, die Evangelische Landeskirche in Württemberg und die Evangelische Kirche im Rheinland und beginnt im Herbst 2017.

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Fasten - religiös-spirituelle Praxis als Lebenshilfe

Modernisierungsprozesse und gesellschaftliche Umwälzung haben das Fasten als christliche Frömmigkeitspraxis zunehmend marginalisiert und erklärungs-bedürftig werden lassen. Zugleich ist in der Gegenwart eine Wiederentdeckung und Transformation des Fastens festzustellen. Zur ursprünglichen Bedeutung des Fastens sind zahlreiche weitere Fastenformen hinzugetreten. Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, diese Transformation der christlichen Fastenpraxis im Anschluss an die Fastenaktion der EKD und des Vereins "Andere Zeiten e.V." sowohl hermeneutisch-reflexiv, als auch qualitativ-empirisch zu untersuchen, um zu erforschen, worin das Potenzial des Fastens für die Menschen heute liegt. Dieses Projekt wird großzügig gefördert durch den Verein "Andere Zeiten e.V." und beginnt 2018.

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