Organisation und Kooperationspartner






Prof. Dr. Dr. Günter Thomas
Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Ute Gause
Ruhr-Universität Bochum

Dr. Markus Höfner
Ruhr-Universität Bochum


Prof. Dr. Johannes Eurich
Diakoniewissenschaftliches Institut
Ruprecht-Karls Universität Heidelberg



Prof. Dr. Dirkie J. Smit
Faculty of Theology at Stellenbosch University
The Beyers Naudé Centre for Public Theology
Stellenbosch / South Africa


Prof. Dr. Ignatius Swart
Research Institute for Theology and Religion
University of South Africa
Pretoria / South Africa


Prof. Stephen Lakkis
Center for Public Theology
Taiwan Theological College and Seminary
Taipei / Taiwan


Prof. Chin Ken Pa
Graduate School of Religion
Chung Yuan Christian University
200, Chang Pei Rd.
Chung-Li / Taiwan

'Kirche' und 'Welt': Innertheologische Umbauten im Verhältnis von Religion und Politik in internationalen Kontexten

In den letzten Jahren hat sich in wissenschaftlichen und medialen Diskursen die Einsicht durchgesetzt, dass sich Gesellschaften weltweit auf ein langfristiges Arrangement von Politik und Religion einstellen müssen. Entsprechend haben sich die wissenschaftlichen Forschungen zum Verhältnis von Politik und Religion wesentlich intensiviert.

Zu diesem vitalen Forschungsfeld wird das Forschungsprojekt einen eigenständigen und innovativen Beitrag leisten, indem es religionsinterne Verhältnisbestimmungen von Religion und Politik analysiert, wie sie in Texten normativer Selbstbeschreibung christlicher Religionsgemeinschaften entwickelt und mit der Semantik von 'Kirche' und 'Welt' expliziert werden. Dabei werden theologische Optionen der religionsinternen Verhältnisbestimmung von Religion und Politik in der spätmodernen Gesellschaft der BRD und in den jungen Demokratien Südafrikas (christl. Mehrheit) und Taiwans (christl. Minderheit) erhoben und kritisch verglichen. Diese Forschungsstrategie verspricht denn doppelten Gewinn, dass aus westlichen Gesellschaften bekannten theologischen Deutungsstrategien auf ihre Bewährung im Kontext von Übergangsgesellschaften hin befragt werden können, während zugleich neuen Erfahrungen in diesen Übergangsgesellschaften die Selbstverständlichkeit bisheriger theologischer Verhältnisbestimmungen von Religion und Politik im Westen produktiv in Frage stellen.

Im Fokus stehen dabei verschiedene Modellkonstellationen, mit denen christliche Theologie gesellschaftliche Modernisierungsprozesse beobachtet. Auf welcher religiösen Grundlage Grund­lage verorten sich christliche Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft und bestimmen ihr Verhältnis zur Politik?

Für die geplanten Analysen leitend ist die Erkenntnis, dass solche normative religiösen Selbstbeschreibungen in dynamischen und wechselseitigen Resonanzverhältnissen zu gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen stehen. Sie sind daher weder von der gesellschaftlichen Umwelt determinierte Sekundäreffekte, noch folgen sie eine ausschließlich innerreligiösen Logik. Methodisch wird das Forschungsprojekt dieser Erkenntnis nicht nur dadurch gerecht, dass theologische und diakoniewissenschaftliche Analysen gleichberechtigt verbunden werden. Vielmehr werden auch religionswissenschaftliche, politikwissenschaftliche und soziologische Perspektiven von vornherein als kritisches Gegenüber theologischer Binnenreflexion integriert.

In dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt werden etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ‚junior scholars' aus evangelischer Theologie, Diakoniewissenschaft, Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie zusammenarbeiten. Teilprojekte werden von den Antragsstellern und Kooperationspartnern eigenständig durchgeführt und auf jährlich zwei Forschungsworkshops diskutiert und miteinander vernetzt.

Die Antragsstellung wurde durch einen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützen Explorationsworkshop vorbereitet, der Vollantrag ist in Vorbereitung.